The Last Guardian (PS4 Pro)

The Last Guardian (PS4 Pro) ist der Nachfolger von Shadow of The Colossus, einem meiner Lieblingsspiele auf der PS2. Ich habe es im Mai 2017 zum ersten Mal durchgespielt und war begeistert.

Das Spiel ist technisch meiner Meinung nach der Wahnsinn. Grafik und Animationen sind, speziell was das gigantische Tier Trico angeht, super. Und dem Spieler solch einen riesigen Weggefährten zu geben, das wurde glaube ich noch nie vorher gemacht. Man merkt, dass die Designer dieses Dilemma der zwei unterschiedlichen Skalen gut zu lösen wussten. Die halbautomatische Kameraführung ist zum Beispiel sehr innovativ. Die Kamera findet oft automatisch dramatische Blickwinkel, die sowohl den kleinen Spieler, den großen Trico, als auch eventuelle andere wichtige Gegenstände optisch anspruchsvoll in Szene setzen. Das wirkt wie eine logische Weiterentwicklung der epischen Kamerawinkel von Shadow of the Colossus (SOTC), wo die Kamera vom Spieler aus den Colossus anvisierte. Das musste man bei SOTC noch selbst aktivieren, hier passiert das alles automatisch. Wer SOTC gespielt hat, weiss hoffentlich, was ich mit epischen Kamerawinkeln meine.

The Last Guardian (PS4)

The Last Guardian kommt vom Leveldesign leider nicht an Shadow of the Colossus und Ico heran. Es ist viel linearer, viel traditioneller. Es hat eine relativ klare Story und sogar einen Erzähler. Der Spieler wird viel an der Hand geführt. Es fühlt sich insgesamt viel eher wie ein “normales” Computerspiel an. Man löst in jedem neuen Gebiet räumliche Kletterpuzzles und kommt dann in den nächsten Abschnitt. SOTC und Ico fühlten sich dagegen eher wie interaktive Kunst an, gar nicht wie Computerspiele.

Spielerisch ist The Last Guardian gut, aber es ist auch hier kein Shadow of the Colossus. Die Steuerung ist simpler. Man hat anscheinend keine Stamina Bar wie bei Colossus. Es scheint keine tollen versteckten Moves zu geben wie bei SOTC. Bei SOTC konnte man vom Pferd abspringen und auf das Pferd springen mit coolen Moves, man konnte sich an Vögeln festhalten, diese mit dem Bogen abschießen, man konnte die Anfangsfestung später erklimmen, und vieles mehr. Das Klettern ist bei TLG viel einfacher. Es geschieht ganz ohne Festhalteknopf. Ich mag aber einen Festhalteknopf, den man gedrückt halten muss, um nicht zu fallen. Ich mag sowas, weil es mir so erscheint, als würde ich wirklich klettern. Das hat mir schon bei Tomb Raider Anniversary sehr gefallen, denn dort konnte man in den Optionen einen Festhalteknopf aktivieren. SOTC hatte das Klettern meiner Meinung nach perfektioniert. TLG ist dagegen ein Schritt zurück. Zum Glück gibt es einen Streichelknopf und einen Trico-Rufknopf, diese Moves erinnern an das Pferdestreicheln und Pferderufen bei SOTC.

The Last Guardian (PS4)

Die “künstliche Intelligenz” von Trico wurde meiner Meinung nach sehr gut gelöst. Das Biest verhält sich wie ein Haustier. Manchmal macht es nicht das, was man von ihm will. Man muss es dann streicheln, beruhigen, oder vielleicht von einer anderen Seite herangehen. Manchmal muss man auch einfach warten, bis Trico irgendwas entdeckt oder aufwacht. Das alles ist kein Manko, sondern führt dazu, das Trico mir ziemlich realistisch als eigenständiges Wesen erscheint. Die Augenfarbe von Trico gibt einen Hinweis darauf, wie er sich fühlt, und ob man ihm vielleicht etwas Nahrung suchen sollte. Das funktioniert auch überraschend gut.

Zusammenfassend gefällt mir TLG vor allem grafisch hervorragend. Es macht auch sehr viel Spaß. Aber spielerisch ist es leider nicht so innovativ wie die Vorgänger. Es ist kein Shadow of the Colossus. Insgesamt bin ich daher leicht enttäuscht, aber trotzdem sehr begeistert. Als riesiger SOTC und Ico Fan nehme ich halt was ich bekomme. Und die alten Spiele werden ja durch TLG nicht gelöscht, ich kann sie immer wieder auf meiner PS2 spielen. Für Fans würde ich TLG auf jeden Fall empfehlen. Man muss sich nur bewusst sein, das es sowas geniales wie SOTC nur einmal geben wird, und das man daher SOTC immer mal wieder spielen sollte, um sich zu erinnern, wie genial es war :)

Es ist wirklich ein episches Spiel! Es wird sehr rührend nach ein paar Stunden. Und auch etwas traurig. Aber das war von dem Shadow of The Colossus Machern ja zu erwarten. Da ich schon durch den Shadow of the Colossus Hardmode gestählt war, habe ich es in knapp unter 15 Stunden, praktisch an anderthalb Tagen, durchgespielt. Es ist leichter als Colossus, aber nicht zu leicht.

Die Grafik und Animationen sind der Wahnsinn. Einige der Kletterpartien sind haarsträubend wie noch in keinem anderen Spiel. Ich sag nur “Klettern auf hängendem Glas.” Wer es gespielt hat sollte wissen, welche irre Kletterpartie ich meine.

Bis zum nächsten Mal,
Euer rsn8887

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